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Kumi & Uganda

Uganda liegt in Ostafrika und grenzt an den Kongo, den Sudan, Kenia, Tansania und Ruanda.

 

Die Flagge von Uganda hat die gleichen Farben wie die deutsche Flagge – in der Mitte befindet sich der Nationalvogel Ugandas: Ein Kranich. Insgesamt gibt es im Land über 40 verschiedene Ethnien, die auch Stämme genannt werden. Jeder Stamm hat meist seine eigene Sprache, seinen traditionellen Gesang und Tanz.

 

Kumi befindet sich im Osten von Uganda und ist mit dem Bus rund vier bis fünf Stunden von der Hauptstadt Kampala entfernt. In der Gegend von Kumi lebt der Stamm der Itesos, sie sprechen die Sprache Ateso. Sowohl Ateso als auch die übrigen Stammessprachen sind alle komplett unterschiedlich und haben auch mit dem Englischen nichts gemeinsam. „Hallo“ bedeutet zum Beispiel auf Ateso „Yoga“ und „Wie geht es dir?“ fragt man mit „Bei bo ijo?“.

Probleme in Uganda

Ein großes Problem in Uganda ist die Regierung. Der Präsident Yoweri Kaguta Museveni ist seit über 40 Jahren an der Macht. Mit ihm in der Regierung sitzen fast nur Familienangehörige, die alle aus dem Westen Ugandas stammen. Dadurch wird im Westen des Landes auch mehr Geld investiert als im Osten. Der Osten – dort befindet sich auch Kumi – ist zum einen deshalb benachteiligt, zum anderen aber auch, weil der Boden dort unfruchtbarer ist und die Trockenzeiten länger anhalten.

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Der weltweite Klimawandel wird die ärmsten Länder besonders hart treffen. In Uganda sind die Auswirkungen bereits heute deutlich zu sehen. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung Ugandas leben von der Landwirtschaft. Der Südwesten Ugandas ist die sich am schnellsten erwärmende Region. Der Temperaturanstieg bedroht den Anbau von Kaffee und führt zur Verbreitung von Krankheiten wie Malaria. Auch in Kumi kämpfen wir mit der Trockenheit. Immer kürzer werdende Regenzeiten und die Verlängerung der Trockenzeit stellt auch unser Waisenhaus und seine Versorgung immer wieder auf die Probe. Hinzu kommen Plagen wie die Heuschrecken sowie teilweise heftige Überschwemmungen, die für weitere Missernten sorgen. 

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Zudem ist Uganda eines der jüngsten Länder der Welt. Das Durchschnittsalter beträgt rund 16 Jahre, sodass rund die Hälfte der Bevölkerung jünger als 16 Jahre alt ist. Jede Frau bringt durchschnittlich 4,4 Kinder zur Welt, sodass die Bevölkerungszahl rasant ansteigt.

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Das Leben auf dem Land

Gut zwei Drittel der Bevölkerung Ugandas lebt vom Ackerbau, wobei der Ackerbau in Uganda nicht mit dem Ackerbau in Deutschland vergleichbar ist. In Uganda muss alles per Hand gemacht werden. Die Felder sind dementsprechend kleiner als bei uns in Deutschland (ca. bis zu 100 Quadratmetern). Mit dem, was die Familien von ihren Feldern ernten können, versuchen sie erst einmal ihre eigene Familie zu ernähren. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, verkaufen sie es auf dem Markt, um ein kleines Einkommen zu erlangen.

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Einige Familien besitzen neben kleinen Feldern ein paar Tiere wie zwei bis drei Hühner, eine Ziege, ein Schwein oder eine Kuh. Diese versuchen sie zu züchten, um sie dann auf dem Markt verkaufen zu können. Allerdings ist das Züchten der Tiere nicht sehr einfach, da die Tiere kein extra Futter bekommen. Sie müssen sich selbst ernähren. Besonders während der Trockenzeit, wenn das Gras gelb wird, ist dies für die Tiere sehr schwer, sodass sie mager werden.

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Die Familien leben in runden Lehmhütten. Neben der Hütte, in der geschlafen wird, gibt es meist noch eine ganz kleine Hütte, in der sich die Küche befindet. Die Dusche ist eine mit Stroh abgetrennte Ecke unter freiem Himmel. Dort wird sich mit Wasser aus einer Schüssel gewaschen.

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Jeder Tropfen Wasser, der gebraucht wird, muss vom Brunnen geholt werden. Das ist meistens die Aufgabe der Frauen. Sie tragen das Wasser in 20 Liter Kanistern auf dem Kopf und können den Kanister auch ohne ihn festzuhalten auf dem Kopf balancieren.

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Ernährung im Land

Maissuppe (Porisch) ist eine übliche Frühstücksspeise in Schulen. Porisch besteht nur aus Maismehl und Wasser. Ohne Zucker, der meistens nicht finanziert werden kann, ist die Suppe nicht sehr geschmackvoll. Außerdem steht den Kindern meistens kein Löffel zur Verfügung, sodass sie die dickflüssige Suppe trinken oder ein Baumblatt zum Essen benutzen.

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Maisbrei (Posho) mit Bohnen ist ein übliches Mittag- und Abendessen der Kinder in den Schulen. Posho besteht – wie auch Porisch – nur aus Maismehl und Wasser, ist aber im Gegensatz zur Maissuppe fester. Auch die Bohnen werden nur im Wasser gekocht und nicht gewürzt. Insgesamt sind die Mahlzeiten der Kinder in den Schulen nicht sonderlich abwechslungsreich. Dies ist aber nicht nur an unserem Waisenhaus der Fall, sondern in der gesamten Region.

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Sofern es sich die Familien leisten können, ist auch „Hirsebrot“ (auch Milletbread oder auf Ateso „Atap“ genannt) ein tägliches Gericht in der Region Teso, wo sich das Waisenhaus befindet. Milletbread besteht aus Hirse- und Cassavamehl – Cassava ist eine Wurzel. Beides wird vermischt und in kochendem Wasser zu einem braunen Klumpen gerührt. Hirsebrot wird häufig mit grünem Gemüse (ähnlich wie Spinat), das in einer Erdnusssoße vorbereitet wurde, gegessen.

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Matooke ist eine Nationalspeise in Uganda. Es besteht aus Kochbananen, die ausschließlich zubereitet essbar sind. Die Kochbananen werden nach dem Schälen in Wasser gekocht. Sobald sich die Farbe der Bananen von weiß zu gelb ändert und sie weich genug sind, werden sie zu einem Brei zerdrückt. Die Matooke sieht dann aus wie Kartoffelbrei und schmeckt auch etwas danach. Fleisch (Kuh und Huhn), Fisch und auch Matooke kann sich die normale Bevölkerung höchstens an Weihnachten und Ostern leisten. Die Menschen können sich meist nur von dem ernähren, was sie in ihrem eigenen Garten ernten können.

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Ein typisches Straßengericht in Uganda ist Rolex: Ein Omlett mit Gemüse, aufgerollt in einem Chapati. Chapati ist ein ungesäuertes Fladenbrot mit dem Ursprung auf dem indischen Subkontinent. Zur Herstellung von Chapati wird Mehl mit Wasser (optional auch etwas Öl und Salz) zu einem Teig verarbeitet. Nach einer kurzen Ruhezeit wird dieser dünn ausgerollt und auf einem Tawa, einer Eisenplatte, von beiden Seiten gebacken.

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